"Die Kunst der Schmiere"
Eine „ideale“ Schmiere
Die Kunst der Schmiere beherrschen sie sozusagen aus dem Effeff, die Kärntner Komödianten. Kein Wunder also, dass „Die Kunst der Schmiere“ von Bernhard Schärfl ein ideales Stück für Sie ist. In der Inszenierung von Charles Elkins feierte die fleißige Truppe am Donnerstag einen ordentlichen Premierenerfolg... Seppi Ess ein gar köstlich abgetakelter Mime auf dem Mehr-Scheinen-als-Sein-Tripp. Birgit Pieschl und Jürgen Strohschein geben überzeugend das junge Paar mit echter Berufung ... uns Susanne Oichlerist als überkandidelte, aber ralistisch denkende altdiva ein Hit.
Kronenzeitung vom 19. 3. 2005
Gut geschmiert ist halb gewonnen
Eine Komödie wird zum Krimi: Die Kärntner Komödianten brachten Bernhard Schärfls „Die Kunst der Schmiere“ in der Messehalle auf die Bühne. Eine beachtliche Leistung und ein anspruchvolles Stück.... In der Inszenierung von Charles Elkins mimt Seppi Ess überzeugend den gewerkschaftlichorganisierten Theater-Veteranen „Michael Varesco“, zu dessen Spezialität Sterbeszenen zählen. Ess reißt das Publikum mit seiner Bühnenpräsenz mit. Auch Birgit Pieschl als enttäuschte alkoholsüchtige Jungschauspielerin „Anna“ spielt die am Anfang oberflächliche, am Ende aber starke Frau perfekt. Susanne Pichler überzeugt als chaotische „Isabell Müller“, der nichts als die Erinnerung geblieben ist. Jürgen Strohschein ist ein undurchschaubarer „John“, aber mit viel Begeisterung...
Kärntner Tageszeitung vom 19. 3. 2005
"Schmetterlinge Schmetterlinge"
Adrienne, die „Diva assoluta“, tanzt Tango mi dem Tode
Was war das für ein Abend, den wir in
da am Donnerstag in der Messehalle I erlebt haben...
Für ein Komödie viel zu bitter, für eine Tragödie viel zu burlesk, für einen Krimi zu
berührend, für eine Klamotte zu psychologisch abgründig. Vermutlich aber war’s das: das bis
zum Schock schonungslose Selbstportrait einer „Diva assoluta“ namens Adrienne Pokorny,
die sich mit dem Recht, das einer überlebensgroßen Dame zusteht, der Komödie
„Schmetterlinge – Schmetterlinge bemächtigt hat, um wie so oft in ihrer Schwindel
erregenden Biographie die Bühne und das Publikum zu behexen... Die Regie von Seppi Ess,
der in dem Dreipersonen-Stück gemeinsam mit Liane Hubmann mitspielt, rast ausschließlich
um SIE, die Pokornissima, die coram publico mit dem Tode Tango tanzt.
(Neue Kärntner Tageszeitung, Mag. Bertram Karl Steiner
)
Es lebe der Realitätsvrlust!
Eine Civa mit allen Licht- und Schattenseiten: Auf den Leib geschrieben scheint Adrienne Pokorny die Rolle der Edda in Aldo Nicolajs „Schmetterlinge Schmetterlinge“. Die Dame lebt in und aus der Vergangenheit und negiert die Realität so lange, bis sie selbst zur Karikatur wird. Seppi Ess – der auch regie führt, für Bühne, Programmheft und sonst allerhand verantwortlich zeichnet – und Liane hubmann schaffen als genervte Mitmenschen in der neuesten Produktion der „Kärntner Komödianten“ den bitteren, bodenhaftenden Gegenpart...
(
Kärntner Kronenzeitung
Maja Schlatte)
Perlender Auftakt für turbulentes Verwirrspiel
Premiere der Komödie „Perle Anna“ in Klagenfurt.
Ein Ehepaar, zwei Seitensprünge und ein unersetzliches Dienstmädchen – das sind die Zutaten für eine amüsante Komödie. Bei der „Kärntner Komödianten“-Premiere „Die Perle Anna“ von Marc Camoletti durfte am Donnerstagabend in der Klagenfurter Messehalle 1 kräftig gelacht werden.
Als Perle Anna bezauberte Margit Ganser-Skofic. Sie hielt im turbulenten Verwirrspiel die Fäden fest in der Hand, damit die Schwindeleien der Ehegatten Bernhard (Johannes Habich) und Claudine (Barbara Ellersdorfer) nicht aufflogen und sorgte dafür, dass Seitensprung-Kandidaten Catherine (Birgit Pieschl) und Robert (Jürgen Strohschein) ein Paar wurden. Regie führte Charles Elkins. Im Publikum: Ex-Stadttheater-Intendant Herbert Wochinz, Schauspielerin Herta Fauland, langjährige ORF-Sprecherin Susanne Pichler sowie Gastronom Ulf Sereinig.
"Die letzten Tage der Menschheit"
...Aus fünf Akten und „zig“ Personen extrahierte Günter Schmidauer Charaktere und Szenen, die den „Komödianten“ entgegenkommen: schrullig. Blutigsüß, Herr – Karl - Vorfahren. Kriegs und Hierarchie-Anbeter... Die operettenhaften und gruseligen Figuren gelingen auch....Der Text schafft es sogar, an Wortspenden von Bush & Co zu erinnern. Die Kraus-Botschaft spiegelt sich heutig-ironisch im Zitat:“ Es geht um Faktura von dem Gemüsesalat“...
(M. Schlatte, Kronenzeitung)
...Wacker geschlagen hat sich das bemühte Ensemble: Immerhin hat jedes Mitglied nahezu bis zu einem Dutzend Rollen zu verkörpern. Eva Bruckner und Hubert Repnig tragen auf weiten Strecken das Geschehen, Seppi Ess ist sichtlich im Komödiantischen daheim. Fritz Hofmeister, Gerhard Kuschej und Jürgen Strohschein zeigen Wandlungsfähigkeit. Musikalisch unterstützt werden sie von Gert Prix, der es zwischen Radetzkymarsch, G'schichten aus dem Wienerwald und der Kaiserhymne auch tüchtig pfeifen und krachen lässt...
(Willi Rainer, Kleine Zeitung)
...Unter Günter Schmidauers umsichtiger Regie liefern die „Kärntner Komödianten“ einen Bilderbogen bekannter Szenen, das Couplet Franz Josephs, die Ganghofer-Szene mit Willhelm II., Frontvisiten der Schalek. „Mir fällt zu Hitler nichts mehr ein“, Kraus von jenen angelastet, die ihn nicht lesen, ist der erste Satz seiner Mentalitätsanalyse des Nationalsozialismus, der Dritten Walpurgisnacht. Kraus gesamtes Werk ist ein Schutzamulett gegen Kadavergehorsam und Borniertheit, auch gegen jede deitschnationale Impertinenz.
(F.L.F. Kärntner Tageszeitung)
"Pension Schöller"
Wenn die ganze Welt zu, Irrenhaus wird... Von J. K. Uhl
Zwerchfellerschütternd, ein Antidepressivum: „Pension Schöller“ der Kärntner Komödianten.
Die Proben dürften, wie sich’s gehört, turbulent gewesen sein: die Premiere der „Pension Schöller“ am Donnerstag im ORF-Theater aber war umwerfend, die Kärntner Komödianten nahmen jedem kritischen Ansatz die Luft. Die Handlung des absurden Verwechslungsschwankes um eine Familienpension, die für ein Irrenhaus ausgegeben wird, um den schrägen Onkel Lenzmeyer (Seppi Ess) einen Gefallen zu tun, wird von Heiner Zaucher kongenial in Szene gesetzt und von einem spielfreudigen Ensemble rasant präsentiert. Ess lässt lachen... Seine Bühnenpräsenz ist enorm, und das neben Routiniers wie Fritz Hofmeister, Hubert Repnig, Susanne Pichler, Liane Hubmann, Hubert Jakl oder Eva Bruckner.... Von allen guten Geistern besessen wirbeln noch Adrienne Pokorny,Jürgen Strohschein, Heinz Koschutnig, Birgit Pieschl, Sabrina Dvorak und Silvia Schantl über die Bretter. Ein Muss!
Kärntner Tageszeitung (6.12.2003)
Alles Schöller, oder was? Von Cornelia Schulze
Das ORF-Theater platzte Donnerstagabend aus allen Nähten. „Pension Schöller“ war angesagt. Der Komödienklassiker wurde von den „Kärntner Komödianten“, einer neuen Theatergruppe, auf die Bühne gebracht. „Mit ein paar Kärntner Abänderungen der Textvorlage von Hugo Wiener“, erzählte Regisseur Heiner Zaucher nach der gelungenen Premiere.
TV-Legende Fritz Hofmeister überzeugte mit seinem Talent zum Faxen machen und mimte Leo Schöller, Ex-Radiosprecherin Susanne Pichler schlüpfte gekonnt in die Rolle einer überdrehten Herz-Schmerz Dichterin, und Tausendsassa Seppi Ess ließ als Philipp Lenzmayer seinem Komiktalent freien Lauf...
Kleine Zeitung (6.12.2003) |